Die StPO in Fällen
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Für Referendare
von AS8JUNNO3SGS1Das Buch eigent sich meiner Ansicht nach vorwiegend für die schnelle Aneignung des Stoffes im Referendariat. Man muss nicht ganze Kapitel auf einmal lesen, sondern kann aufgrund der Darstellung anhand von Beispielsfällen auch unter Zeitmangel schnell ein paar Fälle nach der Arbeit einschieben. Außerdem beschränkt sich der Autor auf die für das zweite Staatsexamen relevante Literatur. Zudem werden kaum bis keine Streitstände dargestellt. Die Autoren wollen anscheinend Wissen vermitteln und nicht trockene Theorien wiederholen. Dies erscheint mir lobenswert!
Für Studenten ist das Buch nur eingeschränkt zu empfehlen. Für die mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen allerdings,wo man es erfahrungsgemäß eher mit von Praktikern gestellten Fällen zu tun hat, kann man dieses Buch gut nutzen, um sich das meist nicht vorhandene Wissen um die StPO anzueignen. Um ein Lehrbuch zu ersetzen, müsste man allerdings noch ein reines Theorieskript fürs erste Staatsxamen zusätzlich lesen.
Im Ergebnis gibt es von mir für die Darstellung der StPO auf 216 Seiten vier Sterne, da die Auflage nicht mehr ganz aktuell ist. Eine Neuauflage würde von mir auch fünf Sterne erhalten.
Nicht für das 1. Staatsexamen zu empfehlen
von A7LHCUM99F0R8Das Werk "StPO in Fällen" soll "Rechtsreferendaren und Studenten der Rechtswissenschaften" die StPO nahe bringen und Problemkreise darstellen, die in "beiden" juristischen Staatsexamina relevant werden können.
Dieses Versprechen auf dem Klappentext des Buches wird nicht eingehalten. Das Buch mag zwar für das Referendariat nützlich sein, für die Vorbereitung auf das 1. Staatsexamen taugt es jedenfalls nicht. Zum einen ist die Auswahl der Probleme deutlich an den Bedürfnissen des Referendariats ausgerichtet. So wird ausführlich das Rechtsmittelrecht dargestellt, das im Studium regelmäßig keine Rolle spielt. Gleichzeitig sucht man vergeblich einen Überblick über die Prozessmaximen, die im 1. Examen gern abgefragt werden.
Zudem genügt die inhaltliche Darstellung nicht den Anforderungen, die im 1. Staatsexamen gestellt werden. Es wird lediglich die Rechtsprechung referiert, eine kritische Auseinandersetzung hiermit erfolgt nicht einmal bei den "großen" Streitfragen (z.B. Urteilsabsprachen, Rügeverkümmerung). Bemerkenswert ist, dass das Fallbuch mit gerade einmal zwei Kommentaren zur StPO im Literaturverzeichnis (S. XXI) auskommt. Dementsprechend mager sind die Hinweise auf weiterführende Literatur in den Fußnoten.
Ungeachtet der Zielgruppenbestimmung sind weitere Kritikpunkte zu nennen:
Es sind zwar viele Schaubilder vorhanden; diese sind aber oft nicht unmittelbar nachvollziehbar gestaltet und demgemäß nicht sonderlich eingängig.
Ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht gewahrt. Die 216 Seiten, die der Text fasst, werden nur durch den großzügigen Druck (halbleere Seiten, ausladende Schaubilder) erreicht.
Rechtschreibfehler und inhaltliche Mängel halten sich in einem für eine Erstauflage verzeihlichen Rahmen.
Bei aller Kritik ist positiv anzumerken, dass die wichtigen Problemfelder der StPO unter Verweis auf die relevanten Entscheidungen beleuchtet werden. Dabei fehlt es nicht an topaktueller Rechtsprechung. Für Referendare nützliche Hinweise und Formulierungshilfen sind zahlreich vorhanden. Auch ist das Fallbuch angenehm zu lesen und gut strukturiert.
Es kann also dem Referendar zur Auffrischung und Erweiterung seiner StPO-Kenntnisse empfohlen werden.